Ein Welpe soll es sein

Ein kleiner Ratgeber

Ein kleiner Welpen-Ratgeber

Bevor ihr euch entscheidet, einen Hund, bzw. einen Welpen zu adoptieren, solltet ihr euch über einige wichtige Dinge Gedanken machen und diese dann vorab möglichst klären.

Welpe oder erwachsenes Tier?

Wenn ihr dies alles für euch positiv geklärt habt, dann stellt sich die Frage:

  • Welpe oder erwachsenes Tier?
  • Welche Rasse passt zu mir/uns?
  • Klärt eure Hausregeln ab. Darf der Hund auf die Couch oder ins Bett und all die Dinge, über die es sonst Uneinigkeiten geben könnte. Konsequenz ist nicht jedermanns Stärke, aber unerlässlich für die Erziehung und Sozialisierung eines Hundes.

 

Egal ob große oder kleine Rasse, alle erwachsenen Hunde brauchen am Tag mindestens 3 Gassirunden, von denen mindestens eine Runde ein ausgiebiger Spaziergang sein sollte, bei dem die Fellnase Zeitung lesen kann und möglichst geistig etwas gefordert wird.

Ein Hund ist kein Kuscheltier. Er hat naturgegebene Bedürfnisse, denen jeder Halter Rechnung tragen sollte.

Hundegerechtes Zuhause

Wenn auch hier alles sicher ist, dann geht es an die praktische Vorbereitung für ein schönes hundegerechtes Zuhause. 

  • Bitte entfernt in Wohnung und Garten zu allererst alle giftigen und gefährlichen Pflanzen. Ihr würdet es euch nie verzeihen, wenn es da Unfälle gäbe.
  • Gleiches gilt für eure Putzmittel.
  • Kabel und Steckdosen möglichst unerreichbar machen oder sichern.
    Teppiche könnten zum Lösen einladen, also rollt sie am besten erstmal auf.
  • Sichert wichtige und zu kleine Gegenstände.
  • Dichtet Zäune und Balkone ab und sichert auch die Treppen möglichst und auch euren Gartenteich bzw. Pool. Hunde können zwar schwimmen, aber wenn sie sich in Pflanzen verschlingen oder einfach nicht herauskommen, ist es schnell zu spät.

 

Wenn die sichere Umgebung steht, dann wählt euch einen Ruheplatz für eure Fellnase.

18 bis 20 Stunden Ruhe benötigt ein erwachsener Hund am Tag!

Sucht einen Platz, von dem aus euer Hund nicht ständig seine gesamte Umgebung und euch beobachten und überwachen kann. Am besten in einer abgeschirmten ruhigen Ecke.

Anfangs kann es nützlich sein, eine Box als Ruhezone zu etablieren.

Dieser Platz ist, während der Hund dort ist, für alle anderen tabu, denn sonst ist es keine Ruhezone.

Sicheres Zuhause - Teich
Einkaufsliste - Kuscheldecke

Nun das, worauf ihr wahrscheinlich schon gewartet habt:

Einkaufsliste

  • Eine kleine Kuscheldecke, die ihr möglichst beim Züchter abgebt, damit dieser sie bereits als Kuschelplatz mit nutzen kann und diese Decke die Gerüche von Mutter und Welpen annimmt. Das kann das Ankommen im neuen Zuhause erleichtern.
  • Eine Box fürs Autofahren. Der Hund gehört weder auf den Schoß, noch auf den Beifahrersitz. Falls euer Hund im Kofferraum reist oder auf der Rücksitzbank ohne eine Box, dann bitte noch eine Rücksitzbarriere und eine Schutzdecke für den Sitz.
  • Eine Box/Hundebett oder beides für daheim. Achtet darauf, dass diese Gegenstände gut zu reinigen sind.
  • Näpfe für Frischwasser und Futter aus Keramik oder Edelstahl.
  • Wir empfehlen auch eine Schleckmatte aus Silikon für Training, Beschäftigung und zur Beruhigung.

Einkaufsliste, Teil 2

Beim Futter empfehlen wir, vorerst das weiter zu führen, was der Züchter/ das Tierheim oder der vorherige Halter gegeben hat. Eine Umstellung sollte immer langsam erfolgen.

  • Kauartikel und ein wenig Spielzeug (wir sind keine Freunde von Leckerchen, da man hier all zuschnell das Maß verliert und viele Hunde dann das “echte” Futter verweigern. Wir raten dazu, einen Teil der Trockenfuttermahlzeit für unterwegs und Übungen abzunehmen.)
  • Hierfür dann einen Futterbeutel.
  • Geschirr/Halsband, Leinen, hier eine kurze Führleine 1 bis 1,50 m und eine Schleppleine 3 bis 7 m je nach Rasse und Größe. Von den Automatikleinen raten wir ab, da diese den Hund veranlassen, an der Leine zu ziehen. Wir bevorzugen als Material Biothane, da es einfach abwaschbar, leicht und reißfest ist. Für die kleinen Rassen, wie unsere hat sich eine Breite von 9mm bewährt.
  • Kotbeutel, auch wenn diese mancherorts frei angeboten werden, so doch nicht überall und dennoch sind wir verpflichtet, die Hinterlassenschaften immer und überall zu entfernen.
  • Bürste, Kamm
  • Zahnbürste
  • Krallenschneider
  • Pflegemittel wie Shampoo, Conditioner
    Handtücher und Föhn
Hundeleine
Einkaufsliste-Verbandsmaterial

Einkaufsliste, Teil 3

Ganz wichtig und unverzichtbar

  • Zeckenzange
  • Desinfektionsmittel für Haut und Flächen
  • Pinzette
  • Fieberthermometer
  • Schere
  • Verbandsmaterial
  • Wundsalbe
  • Silberspray für Wunden
  • Schmerzmittel
  • Mittel gegen Durchfall und Verstopfung

 

Hiermit seid ihr erstmal sehr gut ausgestattet und für weitere Dinge ist definitiv noch Zeit.

Ein Welpe kommt ins Haus

Endlich ist es soweit. Nachdem ihr, optimaler Weise, euren Welpen mehrfach beim Züchter oder im Tierheim besucht habt, dürft ihr ihn endlich mit nach Hause nehmen.

Achtet darauf, dass ihr alle wichtigen Dokumente, wie Impfpass, Kaufvertrag und Abstammungspapiere mitnehmt. Vergesst auch nicht die Kuscheldecke, die ihr bei euren Besuchen schon vorsorglich abgegeben habt, damit sie die Gerüche der alten Umgebung aufnimmt.

Eure erste gemeinsame Autofahrt oder Zugfahrt steht an.

Bitte sichert euren Welpen gut, entweder auf dem Rücksitz oder im Kofferraum, sofern dieser dafür geeignet ist. Am besten seid ihr zu zweit beim Abholen: ein Fahrer und eine Person, die schaut, dass es dem Welpen gut geht.

Ihr solltet etwas Wasser dabeihaben und bei längeren Fahrten Pausen oder sogar Übernachtungen einplanen.

Vergesst bitte nicht, Geschirr/ Halsband und Leine mitzunehmen und für die Pausen euren Schatz gut anzuleinen. Die Situation ist für das Fellknäul oft befremdlich und es ist nicht vorhersehbar, ob er nicht plötzlich einfach losrennt.

Hunde-Transportbox

Im neuen Zuhause

Wenn ihr dann zu Hause angekommen seid, geht einfach erstmal zu einer Stelle, an der die Fellnase sich in Ruhe lösen kann, ganz ohne Stress.

Erst dann geht ihr hinein. Möchte der Welpe nicht allein über die Schwelle, dann trage ihn.

Lasst dann euren Welpen ganz in Ruhe sein neues Zuhause erkunden. Bedrängt ihn nicht, lockt nicht ständig und lauft nicht andauernd hinterher.

Einzig sollt ihr von Anfang an klarstellen, dass andere Haustiere keine Beute sind.

Habt ihr weitere Hunde, so solltet ihr das Zusammenführen möglichst an einem neutralen Ort organisieren, am besten draußen im Freien.

Neugierige Besucher sollten bitte am ersten Tag noch nicht eingelassen werden.

Die erste gemeinsame Nacht

Manche Welpen “weinen” in den ersten Nächten. Das wird sich aber auf jeden Fall geben. Besonders am Anfang kann es sein, dass euer Welpe in der Ruhe der Nacht seine Geschwister und Mutter vermisst.

Schnell kommt die erste Nacht. Da ihr euch im Vorfeld ja schon vorsorglich einen guten Schlafplatz für den Welpen ausgesucht habt, solltet ihr diesen von Anfang an nutzen.

Macht nur eines nicht: Euer neues Familienmitglied war bisher immer mit seiner Mutter und den Geschwistern zusammen. Lasst ihn also nicht allein in dem Raum schlafen. Nutzt die mehrfach erwähnte Kuscheldecke, um ein vertrautes Gefühl zu geben.

Eine geschlossene Box wäre ideal für den Anfang zum Schlafen, da Hunde naturgegeben ihr Bett eher nicht beschmutzen.

Aller 2 bis 3 Stunden, auch nachts, solltet ihr mit eurem Welpen hinausgehen, damit er sich lösen kann. Anfangs könnt ihr ihn dazu gern tragen und erst dort absetzen, wo er sich lösen soll.

Zieht euch am besten vorher schon an, bevor ihr ihn aus der Box holt. So hat er keine Gelegenheit, sich vorher irgendwo in der Wohnung zu erleichtern.

Bringt ihn zum Lösen Anfangs immer an die gleiche Stelle, so vermittelt ihr ihm, was ihr von ihm wollt, wenn ihr dort seid.

Yorkshire Terrier Welpe - Erste Nacht im neuen Zuhause
Yorkshire-Terrier - Bindung aufbauen

Bindung aufbauen

In der ersten Zeit geht es erstmal nur darum, dass die Bezugsperson und der Welpe eine gute Bindung zueinander aufbauen. Das geschieht durch Spiel und Toben, aber eben auch durch Routinen bei der Fütterung und beim Gassigang und allen Abläufen des Tages.

Das große Stichwort “Sozialisierung” sollte im Idealfall schon umfassend beim Züchter begonnen worden sein. Eure Aufgabe ist, dies weiterzuführen. Schaut am besten, dass ihr eine Hundeschule findet, die Welpenspielstunden anbietet. Hier können eure Welpen und auch ihr viel lernen.

So, und nun wünschen wir euch viel (Vor-)Freude

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